Lohnfortzahlungsbetrug

Eines der Haupteinsatzgebiete unserer Detektei ist europaweit die Prüfung von Verdachtsmomenten unserer Mandanten gegen illoyale Mitarbeiter.

Recht auf Lohnfortzahlung

Die Geschichte der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall geht auf die Umwälzungen durch die Industrialisierung, vor allem im Preußen des 19. Jh. zurück: Im Zuge der Sozialgesetzgebung unter Bismarck entstand zunächst der Anspruch auf Krankengeld mit der Einrichtung der Krankenkassen. Einzelnen Berufsgruppen – v.a. Angestellte hatten bereits das Recht auf eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Ab 1900 galt die Regelung über die Entgeltfortzahlung für alle Arbeitnehmer, konnte aber durch individuelle Vereinbarungen umgangen werden, war also in der Praxis wenig relevant. Lediglich für die leitenden Angestellten war die Regelung gesetzlich verbindlich. In der Folgezeit blieben die Arbeiter durch diese Regelung benachteiligt, abgesehen von einzelnen Tarifverträgen. Nach fast vier Monaten Streik in Schleswig-Holstein kam es 1957 endlich zu einer gesetzlichen Regelung, die ab dem 3. Krankheitstag für bis zu 6 Wochen 90 % des Lohns garantierte. Eine tatsächliche Gleichstellung gibt es seit 1970: Alle abhängig Beschäftigten haben ab dem ersten Krankheitstag für bis zu 6 Wochen Anspruch auf volle Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Krankheitsfall

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist eine der häufigsten Betrugsversuche.

Diese tarifliche und durch den harten Streik erkämpfte Regelung ist bis heute die Grundlage der gesamten deutschen Tarifpolitik. Der Anspruch auf Lohnfortzahlung entsteht, wenn der Arbeitnehmer unverschuldet erkrankt und arbeitsunfähig wird. Unter Verschulden ist grob fahrlässiges Verhalten zu verstehen, z.B. im Straßenverkehr, Freizeitunfälle sind hier nicht eingeschlossen. Die Arbeitsunfähigkeit muss von einem Arzt festgestellt werden und hängt von der Art der Tätigkeit des Arbeitnehmers ab.

Eine ähnlich umfangreiche Regel gibt es übrigens in keinem anderen Land. Entweder wird erst ab dem zweiten oder dritten Tag gezahlt (in Spanien ab dem 4. Tag) oder nur ein Teil des Gehalts (80% in Schweden) oder ist abhängig von individuellen Vereinbarungen (Italien). Danach zahlen die Krankenkassen und nicht mehr der Arbeitgeber.

Pflichten des Arbeitnehmers bei Lohnfortzahlung

Es ist somit eine Frage der Loyalität und Solidarität unter den Mitarbeitern eines Unternehmens, die ihnen zugesagte Lohnfortzahlung nicht in betrügerischer Absicht zu missbrauchen. Zum einen sind alle mitverantwortlich für das Betriebsklima und die Arbeitsmoral und zum anderen ist es eine Sache der Fairness gegenüber den Kollegen, die sowohl im echten als im vorgetäuschten Krankheitsfall die Arbeit übernehmen.

Bei Krankheit und Arbeitsunfähigkeit muss der Mitarbeiter unverzüglich den Arbeitgeber informieren. Ab dem vierten Krankheitstag muss die Arbeitsunfähigkeit durch einen Arzt bestätigt werden.

Jeder Fall muss einzeln bewertet werden: Ein Mitarbeiter mit Bandscheibenvorfall kann sehr wohl ins Schwimmbad gehen und leichten Sport machen. Er darf aber sicher nicht schwere Lasten tragen, z.B. einen Umzug durchführen, oder sonstige körperliche Arbeiten verrichten. Mitarbeiter mit 39° Fieber hingegen sollten das Bett nicht verlassen. Nach einschlägiger Rechtsprechung zahlreicher deutscher Arbeitsgerichte, haben kranke Mitarbeiter „alles zu unterlassen, was ihre Gesundung behindern oder verzögern könnte.“

Lohnfortzahlungsbetrug

Der Lohnfortzahlungsbetrug im Krankheitsfall ist keineswegs ein Kavaliersdelikt.  Was sicher die wenigsten wissen ist, dass diese Art von Betrug auch einen Straftatbestand darstellt und entsprechend strafrechtlich verfolgt werden kann, sofern der Arbeitgeber – als Geschädigter – Strafanzeige erstattet und den Lohnfortzahlungsbetrug zweifelsfrei, z.B. durch einen Detektiv-Tätigkeitsbericht, beweisen kann.

Trotz sinkender Krankenstände ist kein Rückgang der „Blaumacher“ zu erkennen. Unsere Detektei bearbeitet deutschlandweit jährlich rund 400-500 derartige Aufträge. In 89% der Fälle konnte durch unsere Detektive ein Lohnfortzahlungsbetrug im Krankheitsfall zweifelsfrei und gerichtsverwertbar bewiesen werden. In den meisten Fällen folgte eine fristlose Kündigung für den durch unsere Detektei überführten Mitarbeiter. Unseren Mandanten blieben so langwierige und kostspielige Arbeitsgerichtsprozesse, und damit unter Umständen auch Imageschäden, erspart.

Kundenstimmen
Kundenbewertungen für Detektei Lentz & Co. GmbH
Durchschnittliche Kundenbewertung von 4.8 / 5.00 - ermittelt aus 253 Bewertungen.
Einige Kundenstimmen:
Sehr kompetent, zuverlässig und zielorientiert. Positiv auch, dass der Ansprech­partner ständig online erreichbar und über den aktuellen Sach­stand informiert war.
Dorothee S., Waiblingen
Etwas Wartezeit. Sonst perfekt. Danke an meine immer für uns erreichbare Ansprech­partnerin Frau S., und das Team
Lieselotte M., Wien
Arbeitnehmerbeobachtung, wegen vorgetäuschter Krankheit: Von der Terminvereinbarung, den Reaktionszeiten bis zum Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Sehr professionelle und ergebnisorientierte Arbeit.
Bernd H., Konstanz

Was ist zu tun?

Wichtig ist zunächst, dass Sie schnell reagieren. Schalten Sie bei einem verdächtigen Mitarbeiter die Detektei noch am ersten Krankheitstag ein. Wird erst am letzten Krankheitstag eine Detektei hinzugezogen, so kann ein Nachweis eines möglichen Lohnfortzahlungsbetrugs praktisch nicht mehr seriös erbracht werden. Viele Arbeitsgerichte fordern in ihren Urteilen ausdrücklich eine „mehrtägige detektivische Tätigkeit an ganzen Tagen in Folge, während der übliche Arbeitszeiten“. Zweckmäßig sind in der Regel drei bis vier Tage.

Verhalten Sie sich diskret, je weniger Personen von unserer Einschaltung wissen, desto besser.

Sie übermitteln uns einige wenige Angaben zu Ihrem Mitarbeiter, möglichst ein Bild und Angaben zur Krankheit. Wir observieren diskret und zuverlässig und informieren Sie natürlich, wenn der Mitarbeiter tatsächlich arbeitsunfähig ist. Sie können dann entscheiden, ob die Observation eingestellt wird und behalten die Kontrolle über die Kosten.